Raumakustik-Optimierung im Heimkino

Raumakustik-Optimierung für Heimkinos

Auswahl der Lautsprecher
Auswahl des AV-Receivers
Anordnung der Anlage im Raum
Aufstellung der Lautsprecher
Optimierung der Raumakustik

Grundlegendes:
Die Optimierung der Raumakustik ist der wohl wichtigste Faktor für guten Klang. Besonders in Heimkinos, wo an der Raumakustik viel getan werden kann, kommt man mit etwas Mühe dem Ideal sehr nahe. Dass dabei natürlich auch nach optischen Kriterien abgewogen werden muss ist selbstverständlich. Ziel der Optimierung im Heimkino ist eine breitbandige und gleichmäßige Bedämpfung aller Frequenzen bei gleichzeitiger Erhaltung des Mittel-Hochtons.

Bassabsorption:
Für guten Klang im Heimkino sind Bassabsorber unersetzlich. Dabei sollten poröse Absorber mit einer Materialstärke von mindestens 40cm eingesetzt werden. Einige Hersteller versprechen Wunder mit geringeren Materialstärken. In der Praxis funktioniert das leider nicht. Die Bassabsorber werden am besten in Form von Eckabsorbern / Kantenabsorbern in den Ecken des Raumes integriert und mit einem Vorhang kaschiert. Bei Problemen mit Raummoden oder überhöhtem Bass bieten sich Plattenresonatoren an den Wänden an.

Breitbandabsorption:
Nachdem der Bass trocken gelegt ist, geht es an die Optimierung der Präzision im Klangbild. Diese erhält man, wenn der Mittel-Hochtonbereich gut bedämpft ist. Dazu gibt es spezielle Absorber, welche neben der akustischen Wirkung auch optisch eine hervorragende Figur machen. Besonders gut machen sich in Heimkinos Filmposter als Akustikbilder. Weitere wichtige Elemente für den Mittel-Hochton sind sogenannte Deckensegel. Diese erfüllen gleich mehrere Aufgaben. Neben der Absorption verhindern sie (in schwarzer Ausführung) Lichtreflektionen an der Decke und können mit indirekter Beleuchtung für eine einmalige Kino-Atmosphäre sorgen.

Positionen:
Die Bassabsorber sollten logischerweise in den Ecken platziert werden. Welche Ecken dabei genau verwendet werden ist weniger wichtig. Breitbandabsorber wie etwa Akustikbilder sollten an die Positionen der sogenannten frühen Reflexionen. Das sind reflektierte Schallanteile, die kurz nach dem Originalschall ans Gehör gelangen. Die Positionen entsprechen den Stellen an der Wand, wo man die Lautsprecher vom Hörplatz aus im Spiegel sehen könnte. Absorber bieten sich dabei insbesondere für die Decke (in Form von Deckensegeln) und für die Rückwand an. Falls die Akustik nach Bedämpfung dieser frühen Reflexionen noch zu hallig ist, sollten noch weitere Absorber zur Verringerung des Nachhalls angebracht werden.

Aufstellung: Surround-Systeme im Heimkino

Aufstellung des Surround-Systems im Heimkino

Auswahl der Lautsprecher
Auswahl des AV-Receivers
Anordnung der Anlage im Raum
Aufstellung der Lautsprecher
Optimierung der Raumakustik

Grundlegendes:
Die richtige Aufstellung der Lautsprecher und Subwoofer im Heimkino ist unheimlich wichtig um eine gute Raumakustik zu gewährleisten. Sind die Lautsprecher zu wandnah positioniert, wird sich ein unangenehmer Mittel-Hochton ergeben, bei wandnah aufgestellten Subwoofern erhält man lautes Dröhnen. Mit einer korrekten und durchdachten Aufstellung können diese Probleme minimiert werden.

1/5 Regel:
Um sehr gute Positionen für die Lautsprecher zu finden, bietet sich die sogenannte 1/5 Regel an. Danach sollten sich die Membranen der Lautsprecher bei 1/5 der jeweiligen Raumdimension (Länge, Breite, Höhe) befinden. Damit wird gewährleistet, dass sich Raummoden nur mäßig ausprägen können. Der Hörplatz selbst sollte ebenfalls nach dieser Regel positioniert sein wobei noch bessere Ergebnisse mit Hörplatzen, die bei 3/5 (von derselben Wand gemessen) der jeweiligen Raumdimension platziert sind, erzielt werden. Aufgrund der geforderten akustischen Symmetrie und auch der Optik, wird der Hörplatz sich eigentlich immer in der Mitte des Raums (bezogen auf die Breite) befinden. Das ist zwar nicht ideal aber besser als eine asymmetrische Aufstellung.
Die Höhe als Dimension ist fast zu vernachlässigen, da diese Raummoden häufig in zu hohen Bereichen liegen und die Position des Gehörs beim Sitzen eine starke Ausprägung verhindert.

Subwooferpositionierung:
Für die Positionierung der Subwoofer sollte mit der 1/5 Regel als Ausgangspunkt begonnen und die genaue Position mit einer Messung optimiert werden. Beim Einsatz mehrerer Subwoofer müssen diese entweder dieselben Abstände zum Hörplatz haben, oder den Subs können im AV-Receiver einzeln Entfernungen zugeordnet werden. Gemachten Erfahrungen nach werden bereits ohne spezielles Konzept (SBA, DBA, etc.) mit zwei gut aufgestellten Subwoofern in der Front bereits hervorragende Ergebnisse erzielt.

Phantomcenter:
Die Variante des sogenannten Phantomcenters, bei welcher der Center-Kanal auf die Frontlautsprecher umgelegt wird, ist zwar beliebt, bringt aber mehr Nach- als Vorteile mit sich.
Neben dem gesparten Budget für den Center ist häufig auch die Optik bzw. fehlende Praktikabilität ein Grund, keinen Center einzusetzen und diesen Kanal über die Frontlautsprecher auszugeben. Allerdings ist der Phantomcenter dem richtigen Center aus folgenden Gründen deutlich unterlegen:
Der Frequenzgang des menschlichen Gehörs ist winkelabhängig. Die Frontlautsprecher beschallen die Ohren aus einem anderen Winkel als es ein Center-Lautsprecher machen würde. Daher ergibt sich eine Verfälschung des Frequenzganges des Center-Signals.
Da der Center-Kanal aus beiden Frontlautsprechern exakt identisch ist, kommt zusätzlich ein Einbruch im Frequenzgang bei ca. 2kHz hinzu, welcher sich nicht vermeiden lässt. Es sollte also gut abgewogen werden, ob die wirklich deutlichen Nachteile die Vorteile im jeweiligen Fall überwiegen. Ohne Einschränkungen zu empfehlen ist der Phantomcenter nur, wenn der Winkel der Frontlautsprecher zum Hörplatz kleiner als 15° ist. Für einen Center-Lautsprecher spricht auch die Flexibilität, welche die individuelle Pegelfestlegung bietet.

Weiter gehts mit der Optimierung der Raumakustik.

Anordnung: Surround-Systeme im Heimkino

Anordnung von Surround-Systemen im Heimkino

Auswahl der Lautsprecher
Auswahl des AV-Receivers
Anordnung der Anlage im Raum
Aufstellung der Lautsprecher
Optimierung der Raumakustik

Grundlegendes:
Die mehr oder weniger freie Anordnung ist einer der größten Vorteile eines speziellen Raumes für das Heimkino. So kann die Wahl der Anordnung rein nach bildtechnischen und akustischen Gegebenheiten erfolgen. Im Allgemeinen sollte der Raum nicht zu schlauchförmig sein, sonst wird entweder der Abstand vom Projektor zur Leinwand oder der seitliche Abstand der Lautsprecher zur Wand zu klein. Üblicherweise werden bessere Ergebnisse erzielt, wenn die Leinwand und damit die Frontlautsprecher an die längere Wand gestellt werden. Dann kann eine breitere Leinwand realisiert werden und die Lautsprecher haben entsprechend Platz zu den Seitenwänden. Bei Nutzung einer schalldurchlässigen Leinwand (hier bitte auf Markenhersteller vertrauen!), kann auch die schmale Wand als Front verwendet werden. Vorteil bei dieser Anordnung ist die Möglichkeit, mehrere Sitzreihen hintereinander zu integrieren. Dabei sollten es eigentlich nicht mehr als zwei Reihen werden, ansonsten wird es schwierig, für alle Hörer eine passable Akustik zu erzielen.

Akustische Symmetrie:
Für eine optimale Raumakustik ist es unheimlich wichtig, dass die Anlage akustisch symmetrisch aufgebaut ist. Das bedeutet, dass die jeweiligen Gegenspieler (linker Frontlautsprecher vs. rechter Frontlautsprecher, etc.) dieselben oder zumindest ähnliche akustische Bedingungen vorfinden. Es sollte sich also z.B. keine Fensterfront auf der linken Seite befinden, während rechts der Raum offen ist. Die Hörplätze sollten sich mittig angeordnet befinden. Diese Regeln gelten natürlich auch für die Rear-Lautsprecher. Bei zwei Sitzreihen, muss ein Kompromiss eingegangen werden. Die Rears sollten dabei in etwa auf die Position knapp hinter der ersten Reihe ausgerichtet werden.
Fensterfronten oder andere raumliche Besonderheiten wie Erker sollten sich in der Front oder hinter dem Hörplatz befinden (Fenster in der Front und mit lichtdichtem Rolladen).

Abstände und Winkel der Lautsprecher zum Hörplatz:
Idealerweise befinden sich alle Lautsprecher exakt auf einem Kreis um den mittleren Hörplatz. Bei zwei Sitzreihen muss der Mittelpunkt des Kreises entsprechend etwas nach hinten verschoben werden. Die genauen Winkel der Lautsprecher zum Hörplatz können im folgenden Schema nachgesehen werden.

Die optimale Anordung eines 5.1 Surround-Systems im Raum.

Aufstellung eines 5.1 Surround – Systems

Insbesondere die Winkel zu den Rears sind sehr wichtig. Wenn die Rears zu weit hinter dem Hörer stehen, ergibt sich ein diffuses und unangenehmes Klangbild aber nicht der Effekt, dass der Klang „von Hinten“ kommt. Platziert man die Rears dagegen zu sehr seitlich, so kommen auch die Effekte von der Seite statt von hinten. Bei den Rears muss also besondere Rücksicht im Falle einer zweiten Sitzreihe genommen werden. Abstände von weniger als 1,2m zwischen Rear-Lautsprecher und Hörplatz sind generell zu vermeiden, da die Lautsprecher sonst zu dominant und ortbar werden.

Weiter gehts mit der Aufstellung der Lautsprecher.

AV-Receiver (Heimkino)

AV-Receiver-Auswahl fürs Heimkino

Auswahl der Lautsprecher
Auswahl des AV-Receivers
Anordnung der Anlage im Raum
Aufstellung der Lautsprecher
Optimierung der Raumakustik

Grundlegendes:
Für die Auswahl des passenden AV-Receivers muss man deutlich weniger Dinge beachten, als gemeinhin angenommen. Sofern Lautsprecher einer renommierten Marke mit Impedanz von 4 Ohm oder mehr verwendet werden, unterscheiden sich die AV-Receiver klanglich nur noch durch Equalizer und das Einmesssystem. Es kann also bedenkenlos jeder Receiver der renommierten Hersteller (Yamaha, Marantz, Onkyo, Denon, Harmann Kardon, Pioneeer, Sony, etc.) eingesetzt werden. Die größten Unterschiede bestehen in den Funktionen und Anschlüssen sowie im Einmesssystem der Receiver. Natürlich gibt es auch bei der Leistung Unterschiede. Da es für 3dB mehr Lautstärke aber bereits die doppelte Leistung braucht, sind die Unterschiede in der Realität extrem gering. Außerdem wird der AVR durch den Subwoofer im Bassbereich, welcher die meiste Leistung benötigt, stark entlastet.

Das Einmesssystem:
Neben dem von Onkyo, Marantz und Denon eingesetzten Audyssey, bieten die anderen Hersteller teilweise eigene Einmesssysteme an. In den letzten Jahren haben sich hier zwar große Fortschritte ergeben, leider sind die meisten Einmesssystem dennoch immer noch nicht sonderlich tauglich. Die Einmesssysteme können zwar Frequenzgang und Phase des Systems optimieren, haben aber keine Chance, wichtige raumakustische Faktoren zu verändern. Aus diesem Grund tun sie sich, gerade bei schlechter Raumakustik, extrem schwer. Das einzige Einmesssystem, was meiner Erfahrung nach in fast allen akustischen Umgebungen gute Ergebnisse erzielt, ist das Audyssey MultEQ XT32. Aber auch dieses System arbeitet deutlich effektiver, wenn die Raumakustik bereits entsprechend behandelt ist.

Weiter gehts mit der Anordnung der Anlage im Raum.

Surround-Lautsprecher im Heimkino

Surround-Lautsprecher – Auswahl fürs Heimkino

Auswahl der Lautsprecher
Auswahl des AV-Receivers
Anordnung der Anlage im Raum
Aufstellung der Lautsprecher
Optimierung der Raumakustik

Grundlegendes:
Für die Beschallung eines Heimkinos sind zumindest einmal fünf Lautsprecher notwendig. Dazu sollte sich mindestens ein Subwoofer gesellen. Dank moderner AV-Receiver kann die Anzahl der Lautsprecher auch auf sieben, neun oder sogar elf erhöht werden, hier ergeben sich aber keine gewaltigen Vorteile mehr. Größer sind die Vorteile der Nutzung mehrerer Subwoofer, wobei es hier verschiedene Konzepte gibt. Auf diese wird nicht genauer eingegangen, da das für diesen Ratgeber zu weit führen würden. Auf Nachfrage, gibts aber natürlich weitere Informationen! Kommen wir zurück zu den Lautsprechern. Im Heimkinobetrieb sollten alle Lautsprecher so identisch sein, wie möglich. Das Optimum wird also mit fünf gleichen Lautsprechern erreicht. Dabei kommt es auch darauf an, dass die Lautsprecher alle gleich ausgerichtet sind. Wenn z.B. der Center-Lautsprecher waagerecht aufgestellt wurde und die Frontlautsprecher senkrecht, ergibt sich hier wieder ein Unterschied. Dieser ist zwar nicht gewaltig, sollte aber möglichst vermieden werden.

Standlautsprecher oder Kompaktlautsprecher:
Die Antwort auf diese Frage hängt von den Möglichkeiten der Aufstellung bzw. der Größe des Kinos ab. In fast allen Fällen sind jedoch Kompaktlautsprecher im Vorteil. Wenn in der Front Standlautsprecher genutzt werden, sollten auch hinten Standlautsprecher eingesetzt werden. Diese wiederum benötigen entsprechend Platz (> 1,0m Membranabstand zur Wand) wenn sie auf „Fullrange“ bzw. Vollbereich laufen sollen. Ansonsten müsste man sie abtrennen, wodurch es wiederum unnötig wäre, Standlautsprecher zu betreiben. Aus diesen Gründe können getrost kompakte Lautsprecher eingesetzt werden. Kompakt bedeutet aber nicht, dass hier winzige, üblicherweise als Rear-Lautsprecher genutzte Boxen verwendet werden sollten. Stattdessen geht es hier um Lautsprecher, deren untere Grenzfrequenz (-3dB) unter 60Hz liegen sollte.. Aufpassen muss man bei der Angabe des Übertragungsbereichs, die vollkommen realitätsfern ist und nur zu Werbezwecken dient. Die Lautsprecher sollten bis zu den genannten 60 Hz spielen, um eine Abtrennung bei 80Hz zu gewährleisten. Das sorgt dafür, dass der Subwoofer nicht ortbar ist und die Lautsprecher gleichzeitig im Bass entlastet werden, was wiederum höhere Pegel ermöglicht. Falls Standlautsprecher eingesetzt werden, muss abgewogen werden, ob diese im Bassbereich in der Lage sind, hohe Pegel verzerrungsfrei wiederzugeben. In so einem Fall könnten sie Fullrange laufen und durch eine gleichmäßigere Anregung des Raumes der Ausbildung von Raummoden entgegen wirken.

Subwoofer:
Ein viel diskutiertes und interessantes Thema ist die Einbindung eines oder mehrerer Subwoofer ins Heimkino. Um einen Subwoofer kommt man nicht herum. Dabei kommt es besonders auf den Tiefgang des Subwoofers und die möglichen Pegel an. Da der Subwoofer im Heimkinobetrieb viel Arbeit hat, sollte hier keinesfalls gespart werden. Das Volumen der Woofer muss dazu nicht extrem riesig sein, um eine gewisse Größe kommt man aber nicht herum. Gute Daten für Subwoofer sind eine untere Grenzfrequenz (-3dB) von <25Hz und eine Leistung von >250W. Leider sind die Leistungsangaben häufig realitätsfern. Man kann sich dabei gut an Größe und Gewicht des Subwoofers orientieren. Das Volumen sollte >60l sein und das Gewicht >20Kg. Das sind natürlich nur Näherungswerte und keine Garantien für guten Klang.
Einen deutlichen Vorteil beim Klang bietet die Aufstellung eines zweiten Subwoofers. Dieser sorgt für eine bessere Raumanregung, weniger Raummoden und immerhin 3dB zusätzlichen Pegel.Auch die Verwendung von Subwoofern mit mehreren Membranen bringt bei der Anregung der Raummoden Vorteile. Dadurch wird lästiges Dröhnen vermindert und der Bass als präziser empfunden.
Auf die verschiedenen Einbindungsvarianten wie SBA, DBA,, etc. wird hier nicht eingegangen. Bei Fragen dazu bitte das Kommentarformular nutzen.

Weiter gehts mit der Auswahl des richtigen AV-Receivers.

Raumakustik in Wohnräumen (Surround)

Raumakustik-Optimierung für Surround-Systeme in Wohnzimmern

Auswahl der Lautsprecher fürs Surround-System
Auswahl des AV-Receivers
Anordnung der Anlage im Raum
Aufstellung der Lautsprecher (Surround)
Optimierung der Raumakustik für Surround-Sound

Grundlegendes:
Leider (aus akustischer Sicht) sind gerade moderne Wohnzimmer häufig sehr schlicht eingerichtet. Die Innenarchitektur setzt auf glatte Oberflächen und Materialien wie Fliesen oder Glas. Das sieht zwar klasse aus, hört sich aber miserabel an. Der Nachhall in solchen Zimmern ist für Musikgenuss oder Surround-Sound deutlich zu lang und führt zu einem schlechten Klang.
Üblicherweise liegt der Nachhall in solchen Zimmern im Hochton oberhalb von 0,6s  und im Bassbereich bei ca. 1,2s. Für optimale Raumakustik sind dagegen etwa 0,3s über alle Bereiche anzustreben. Das ist in Wohnräumen aus optischen Gründen schwer zu erreichen. Es gibt aber eine Reihe von Möglichkeiten, mit denen die Raumakustik in Wohnräumen verbessert werden kann und gleichzeitig die optische Raumwirkung beibehalten oder sogar verbessert werden kann.

Natürliche Akustikelemente:
Natürliche, absorbierende Akustikelemente wie Teppiche, Vorhänge und Polstermöbel finden sich in vielen Wohnzimmern. Gemeinsam mit weiteren, den Schall streuenden, also diffus wirkenden Objekten kann der Grundstein zu einer guten Raumakustik gelegt werden.
Teppiche absorbieren im Hochtonbereich Schall und das immer wirksamer je langflooriger die Struktur aufgebaut ist. Dennoch sollte nicht zu viel Teppich vorhanden sein, da es sonst zu einer sehr ungleichmäßigen Bedämpfung kommen kann. Der Bereich auf dem Boden zwischen Hörplatz und Lautsprechern sollte allerdings mit einem Teppich bedämpft werden, um die starke Reflexion an dieser Stelle zu verringern.

Vorhänge sind sehr gut geeignet, um Fensterfronten akustisch zu entschärfen. Hier gilt die Regel: „Je schwerer der Vorhang, desto wirksamer für die Raumakustik.“ Die oftmals dahinterliegenden Fenster, wirken im Bassbereich etwas absorbierend (ja, ihr habt richtig gelesen!), all zu viel sollte man sich davon dennoch nicht versprechen. Mit dem Anbringen von Vorhängen vor Fenstern kann Allgemein nichts falsch gemacht werden.

Die besten natürlichen Absorber sind Polstermöbel wie Sofas oder Sessel. Diese absorbieren recht breitbandig und damit gleichmäßig viele Frequenzen. Auch große Kissen auf den Sitzmöbeln verbessern die Raumakustik. Ledermöbel bringen hingegen akustisch nicht viel. Somit bieten Polstermöbel die Möglichkeit, auch im Bassbereich (bis ca. 120Hz hinunter) zu absorbieren, was in den meisten Räumen sehr hilft.

Wir kommen jetzt zu den diffus wirkenden Elementen. Als Erstes gibt es da die Möglichkeit, Pflanzen im Wohnzimmer zu integrieren. Neben der optischen Verschönerung wirken sie, wenn auch nur schwach, im Hochton als Diffusor. Im Mittelton sind sie allerdings bereits wirkungslos. Um mit Pflanzen wirklich eine deutliche Verbesserung zu erzielen, müssen schon große Mengen her.

Besser eignen sich da Regale jeglicher Art, wobei diese im Idealfall unregelmäßig gefüllt sein sollten. Solange die Regalfächer unterschiedlich voll und die Bücher unterschiedlich tief angeordnet sind, wird das Regal den Schall breitbandig streuen können. Insbesondere links und rechts des Hörplatzes bieten sich solche Regale an, da sie hier die frühen Reflexionen vermeiden.

Schallabsorber:
All diese natürlichen Maßnahmen helfen dabei, die Wohnlichkeit und Raumakustik eines Wohnzimers zugleich zu verbessern. Leider reichen diese Maßnahmen häufig nicht aus, um die Raumakustik so zu verbessern, dass wirklich Top-Klang erreicht werden kann. Aus diesem Grund gibt es auch spezielle Schallabsorber welcher den Schall effektiv schlucken. Mit Akustikbildern oder Schallabsorbern als zeitlose Designobjekte, können diese hervorragend in unterschiedlichste Wohnumgebungen eingefügt werden. Im Gegensatz zu den meisten natürlichen Absorbern, wirken sie breitbandig und erzeugen damit einen deutlich gleichmäßigeren Klanggewinn. Neben Absorbern für die Wände, sind auch Deckensegel eine sehr verbreitete Alternative, diese Elemente sehr dezent in den Raum zu integrieren. Eine weitere hervorragende Möglichkeit bieten sogenannte Standabsorber. Das sind mobile Schallabsorber, die beim Musik/Filmgenuss rasch positioniert werden können.

Positionen:
Absorbierende Materialien sollten grundsätzlich eingesetzt werden, wenn der Raum insgesamt zu hallig ist. Zudem ist es wichtig, insbesondere sogenannte frühe Reflexionen zu bedämpfen. Frühe Reflektionen sind Anteile welche mit kurzer Verzögerung nach dem Ursprungssignal am Hörplatz ankommen und den Klang verwaschen erscheinen lassen. Aus diesem Grund sollte die Fläche der Rückwand, die Fläche zwischen den Lautsprechern und die Reflexionspunkte, zwischen den Lautsprechern und dem Hörplatz akustisch bedämpft werden. Diese Punkte befinden sich genau dort, wo man die Lautsprecher vom Hörplatz aus in einem imaginären Spiegel sehen könnte.
Bei Surround-Systemen sollte jedoch darauf geachtet werden, dass nicht zu nahe an den Rear – Lautsprechern absorbiert wird. Die Rears benötigen Reflexionen für den optimalen Klang (zumindest bei Filmen).

Aufstellung: Surround-Systeme in Wohnräumen

Surround-Systeme – optimale Aufstellung in Wohnzimmern

Auswahl der Lautsprecher fürs Surround-System
Auswahl des AV-Receivers
Anordnung der Anlage im Raum
Aufstellung der Lautsprecher (Surround)
Optimierung der Raumakustik für Surround-Sound

Grundlegendes:
In Wohnräumen kann ein Surround-System leider nur selten nach Belieben aufgestellt werden, dabei ist die Aufstellung einer der zentralen Punkte für guten Klang. Die Raumakustik und damit der Klang werden erheblich von der Aufstellung der Lautsprecher beeinflusst. Eine wandnahe Positionierung von Lautsprechern und/oder Hörplatz wird sich mit dröhnendem, unsauberem Bass bemerkbar machen. Zu viele schallharte Flächen (Holz, Fliesen, Wände, Decke, etc.) sorgen für unpräzisen Hochton und schlechte Bühnenabbildung. Daher sollten alle Lautsprecher des Surround-Systems so weit wie möglich von den Wänden entfernt aufgestellt werden.

1/5 Regel:
Der 1/5 Regel nach, sollten die Lautsprecher (Gemessen von der Membran) in jeder Raumdimension (Länge, Breite und Höhe) jeweils auf 1/5 der Dimensionsabmessung platziert werden. Bei einem 5m langen Raum bedeutet das, die Lautsprecher 1m von der Frontwand entfernt aufzustellen). In Wohnräumen ist das selten zu erreichen, deshalb sollte man versuchen, sich diesem 1/5 so weit es geht, anzunähern. Diese Regel gilt weniger für die Surround-Lautsprecher (Rears), sondern primär für die Frontboxen.
Besonders wichtig ist auch die Positionierung des Hörplatzes. Befindet sich der Hörplatz weit genug von der Rückwand entfernt (im Optimum bei 2/5), wird sich der Bass sauberer und knackiger anhören.

Bei Standlautsprechern kann bauartbedingt nichts an der Abstrahlhöhe geändert werden, Kompaktboxen können jedoch häufig auf etwa 2/5 der Raumhöhe platziert werden (entspricht ca. 1m in üblichen Räumen). Damit befindet sich der Hochtöner der Lautsprecher etwa auf Ohrhöhe, welche sich häufig ebenfalls bei ca. 1,1m befindet. Die Positionierung von Subwoofern kann manchmal ebenfalls in der Höhe verändert werden, was in vielen Fällen bereits zur Linderung von Bassproblemen führt.

Lautsprecherausrichtung:
Die Frontlautsprecher sollten auf den Hörplatz zeigen, man sollte die Lautsprecher also immer direkt von vorne sehen, wenn man sich am Hörplatz befindet. Dasselbe gilt für den Center-Lautsprecher. Bei den Rears hängt die Ausrichtung davon ab, ob es sich um Direktstrahler oder Dipole handelt. Direktstrahler sollten in etwa auf den Center-Lautsprecher ausgerichtet werden. Bei Dipolen gibt es verschiedene Varianten. Um den rückwärtig abgestrahlten Schall nutzen zu können, sollte sich hinter dem Dipol (möglichst weniger als 1m entfernt) eine Wand oder etwas reflektierendes befinden.
Die Dipole sollten jedoch nicht in 2m Höhe, wie häufig empfohlen, angebracht werden. Bessere Ergebnisse werden bei ca. 1,4m erzielt.

Phantomcenter:
Die Variante des sogenannten Phantomcenters, bei welcher der Center-Kanal auf die Frontlautsprecher umgelegt wird, ist zwar beliebt, bringt aber mehr Nach- als Vorteile mit sich.
Neben dem gesparten Budget für den Center ist häufig auch die Optik bzw. fehlende Praktikabilität ein Grund, keinen Center einzusetzen und diesen Kanal über die Frontlautsprecher auszugeben. Allerdings ist der Phantomcenter dem richtigen Center aus folgenden Gründen deutlich unterlegen:
Der Frequenzgang des menschlichen Gehörs ist winkelabhängig. Die Frontlautsprecher beschallen die Ohren aus einem anderen Winkel als es ein Center-Lautsprecher machen würde. Daher ergibt sich eine Verfälschung des Frequenzganges des Center-Signals.
Da der Center-Kanal aus beiden Frontlautsprechern exakt identisch ist, kommt zusätzlich ein Einbruch im Frequenzgang bei ca. 2kHz hinzu, welcher sich nicht vermeiden lässt. Es sollte also gut abgewogen werden, ob die wirklich deutlichen Nachteile die Vorteile im jeweiligen Fall überwiegen. Ohne Einschränkungen zu empfehlen ist der Phantomcenter nur, wenn der Winkel der Frontlautsprecher zum Hörplatz kleiner als 15° ist. Für einen Center-Lautsprecher spricht auch die Flexibilität, welche die individuelle Pegelfestlegung bietet.

Weiter geht es mit der Optimierung der Raumakustik für Surround-Sound.